Turnerschaft Hannover von 1852 Der Ausrichter stellt sich vor

Als im Jahre 1852 die damalige Turnerschaft des Arbeitervereins ins Leben gerufen wurde, dachte mit Sicherheit niemand unserer Vereinsvorfahren daran, dass dieser Verein mit seinen erfolgreichen Faustballern einmal Deutsche Meister oder Weltmeister stellen würde. Wie sollte man auch: Nur wenige werden damals gewusst haben, dass jenseits der Alpen bereits seit dem Mittelalter ein „Ballonspiel“ gepflegt wurde, das man heute als den Vorläufer unseres Faustballspieles bezeichnen kann.

Erst um die Jahrhundertwende eroberte sich dieses Ballspiel auch bei uns in Deutschland immer mehr Freunde und Anhänger. Am 1.Februar 1908 beschloss die Mitgliederversammlung der Turnerschaft die Gründung einer Spielabteilung; ein Beschluss, den wir trotz mancher Höhen und Tiefen über die Jahrhundertwende nicht zu bereuen brauchen. Am 14.Juli 1919 wurde der bisherige Vereinsname umgeändert in „Turnerschaft Hannover von 1852“.
Im Jahre 1920 wurde der Turnerschaft seitens der Stadt Hannover ein neuer Spielplatz in der Steintormasch zugewiesen, auf dem 1935 die16.Deutschen Meisterschaften im Faustball und Schlagball ausgetragen wurden. Der 2.Weltkrieg hemmte die weitere Entwicklung, der Sportplatz wurde uns genommen. Im Sommer 1948 konnte der Turnbetrieb in der wieder hergestellten Turnhalle in der Goethestraße wieder aufgenommen werden, nachdem bis dahin nur die Männerabteilung das Faustballspiel pflegte. 1948 konnten unsere „Alten Herren“ (ab 40) Landesmeister werden und sich für die Deutsche Meisterschaft, die anlässlich des Deutschen Turnfestes in Frankfurt ausgetragen wurde, qualifizieren. Es waren in dieser schweren Zeit gerade die Spieler der Altersklasse, die den Namen der TH 52 nach außen hin nicht in Vergessenheit geraten ließen. Das Jahr 1950 brachte den jetzt in der Männerklasse 50 spielenden „Alten Herren“ die Krönung ihrer bisherigen Erfolge ein. Nach Bezirks- u. Landesmeisterschaft verlor das Team Schiefer, Fritz und Franz Krahtz, Kretschmar und Kevel nur das Endspiel bei den Deutschen Meisterschaften in Schweinfurt gegen den VfK Berlin. Bessere Trainingsmöglichkeiten gab es, als 1958 der Sportplatz am Schweriner Platz von der Stadt zur Verfügung gestellt wurde.

Die jahrelangen Bemühungen unseres damaligen 1.Vorsitzenden R.Kratzke um einen eigenen Sportplatz hatten Ende der sechziger Jahre endlich Erfolg, als uns die Spielwiese neben dem HSV-Bad zugewiesen wurde. 12.000 m3 Füllboden und 2.000 m3 Mutterboden Aufschüttung waren erforderlich, um die Überschwemmungsgefahr durch Hochwasser zu bannen. 1970 war der Sportplatz so weit fertig, dass der Übungsbetrieb aufgenommen werden konnte.

Im September 1972 wurden die 47.Deutschen Faustballmeisterschaften auf der Mehrkampfanlage hinter dem Niedersachsen-Stadion ausgetragen. G.Reetze und R.-D. Brücke trugen im Organisationskomitee zum Gelingen bei.

Nach 19 Jahren hatte 1976 wieder eine Mannschaft der Turnerschaft die Teilnahme an einer Deutschen Meisterschaft erreicht. Unsere Frauen 30 kehrten aus dem südschwäbischen Biberach mit Platz 5 zurück. 1979 schaffen unsere Frauen 30 mit Platz 3 bei der Deutschen in Köln den Sprung aufs Treppchen.

Bis zu 14 Mannschaften nahmen am Faustball-Punktspielbetrieb in den verschiedenen Leistungs- und Altersklassen teil. Die nationalen Faustballturniere, die bis in das Jahr 1920 zurück reichen, machten die 52-er bis weit über die Grenzen der Landeshauptstadt hinaus bekannt. 1978 kämpften auf der Mehrkampfanlage 190 Mannschaften (200 Meldungen lagen vor) aus 89 Vereinen auf 16 Feldern beim 14. Nachkriegs-Faustballturnier der TH 52 in 416 Spielen um den Sieg.

1981 richtet die Faustballabteilung der TH 52 mit 65 Helfern und den Chefregisseuren Jürgen Wollenweber, Wolfgang Moritz und R.-D.Brücke die Deutschen Seniorenmeisterschaften auf der Mehrkampfanlage hinter dem Stadion aus. Die Frauen 30 belegen Platz 5.

1982 konnten sich die 52-er in der Altersklasse 30 mit den Frauen und den Männern für die DM in Bremen-Habenhausen qualifizieren. Platz 10 für die Männer und ein sensationeller 1.Platz für unsere Damen (U.Brücke, W.Gumboldt, L.Moritz, I.Nosseck, H.Neuenfeld, H.Vahlbruch und R.Wollenweber) nach einem 23:20 Sieg gegen die TG Berlin.

Maßgeblichen Anteil an der reibungslosen Durchführung der Faustball-WM 1982 im Niedersachsenstadion hatten die 52-er Gitta Beckmann (Finanzen), Otfried Büsselmann (Quartiere), Hans Haenschke (Transfers), Jürgen Wollenweber (Presse), Wolfgang Moritz (Technik) und der 2.Vorsitzende Rolf-Dieter Brücke.

1983 beginnt mit Platz 3 bei der Deutschen Schülermeisterschaft in Wardenburg ein Siegeszug der TH-Jugend. 1984 gewinnt der Faustballnachwuchs der Turnerschaft ( Henning Schulze, Olaf Neuenfeld, Ernst-Volker Vahlbruch, Dirk Schlimper, Andreas Bernhardt, Thomas Wollenweber, Frank Seifert u. Hans-Michael Moritz) mit einem Durchschnittsalter von knapp 16 Jahren in Essel erstmals eine Deutsche Jugendmeisterschaft. 1986 gewinnt unsere Jugend die Deutsche Hallenmeisterschaft in Düsseldorf, die Männer 40 belegen in Elmshorn Platz 3 in der Halle und Platz 5 in Hamm auf dem Feld.

1987 richteten die 52-er die 15. Deutsche Hallenmeisterschaft der männlichen Jugend in der Sporthalle am Mühlenberg aus. Als Gastgeber konnte unser junges Team mit einem 25:17 Sieg den Titel aus dem Vorjahr verteidigen. Bei der DM der M.40 belegen wir in der Halle in Wuppertal den 6. Platz und auf dem Feld in Bremen Platz 4.

Nach Platz 2 bei der Hallenmeisterschaft 1988 in Weinheim setzte das junge Team die Erfolge im Erwachsenenbereich fort. Bereits 1988 gelang der Aufstieg in die 1.Bundesliga Nord. Mit diesem 5.Aufstieg in Folge kletterten die 52-er in einem beispiellosem Durchmarsch direkt bis in die höchste deutsche Spielklasse. Man gehörte zur absoluten Spitze des deutschen Faustballs und erreichte fast jedes Jahr die Teilnahme an der DM.

Mit Weltmeister Martin Becker (er wechselte 1994 vom TKD Duisburg zur Turnerschaft) folgten die DM-Erfolge 1994 in Schneverdingen, 1995 in Wardenburg und 1996 in Rintheim. Mit vier Hannoveranern (M.Becker, R.Kallmeyer, O.Neuenfeld, A.Bernhardt) wird Deutschland zum 9.Male Weltmeister im afrikanischen Namibia. Zum Abschluss der Feldsaison 1995 noch ein sportliches Highligh. Die Turnerschaft übernimmt im Oktober die Ausrichtung des Europapokalfinales der Landesmeister im Niedersachsenstadion. Das Endspiel gegen den Titelverteidiger Full-Reuenthal gewinnen Becker und Co. mit 20:18 und 20:11 und werden erstmals Europapokalsieger. Diesen Erfolg wiederholt das Team 1996 in Neusiedl/Zaya (A) und 1997 in Wallisellen (CH) .

Im März 1997 gelang in Koblenz im 3.Anlauf der Sieg im Endspiel der 27.Deutschen Hallenmeisterschaft gegen den Titelverteidiger TSV Hagen mit 2:1. Im August 1997 organisierten die 52-er auf heimischer Platzanlage den WELTPOKAL der besten Klubmannschaften aus Europa und Südamerika. In der Zwei-Tage-Veranstaltung gelingt der größte Erfolg in der Vereingeschichte. Wir werden Weltpokalsieger 1977 mit 3:1 und 3:0 gegen Sociendado de Ginastica PortoAlegre (SOGIPA) mit M.Becker, R.Geyer, R.Kallmeyer, J.Meier, H.-M.Moritz, O.Neuenfeld, L.Piel, E.-V.Vahlbruch u. Betreuer A.Meyer.

Nach vielen Monaten der Planung starteten am 14.Oktober 1998 die Turnerschaftler über Brüssel, Sao Paulo nach Porto Alegre (Brasilien) zum dortigen Weltpokal. Hier gab es nach Siegen gegen den Afrikameister SK Windhoek und Niederlagen gegen die Platzherren SOGIPA einen 2.Platz. Für die 18 Spieler und Fans hat die Reise nach Südamerika einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Im März 1999 wurde unsere Bundesligavertretung in Hamm zum zweiten Mal Deutscher Hallenmeister. In Holzminden, dem Schauplatz der Deutschen Feldmeisterschaft 1999, kommen die 52-er zum sechsten Mal in ununterbrochener Reihenfolge ins Endspiel. Dem Team mit M.Becker, E.-V.Vahlbruch, H.-M.Moritz, L.Piel, J.Meier, S.Varnhorn, O.Neuenfeld und Betreuer A.Meyer bleibt – wie in den Vorjahren 1997 und 1998 – erneut die Silbermedaille. Bei der 10.Faustball-Weltmeisterschaft in der Schweiz verliert Abonnement-Weltmeister Deutschland den Titel mit 2:3 Sätzen an Brasilien. Silber gab es für M.Becker, A.Bernhardt, H.-M.Moritz, S.Varnhorn und ‚O.Neuenfeld als Co-Trainer.

Bei den Deutschen Meisterschaften in Oberhausen (Juli 2000) und Hamm (Juli 2001) belegten unsere Bundesliga-Faustballer jeweils Platz 4. Erstmals nach 44 Jahren qualifiziert sich wieder eine M.50-Vertretung der Turnerschaft für die Deutschen Meisterschaften. Es gab einen 5.Platz 2001 in der Halle in Bad Wimpfen.

Im Jubiläumsjahr 2002 (150 Jahre Turnerschaft) gelang im Juli in Seebergen (Thüringen) noch einmal der große Wurf. Mit einem 2:1 gegen TV Brettorf wird das Team mit M.Becker, O.Neuenfeld, C.Engelke, B.Hoff, L.Piel, H.-M.Moritz, S.Varnhorn, J.Meier, D.Schmidt und Betreuer A.Meyer zum sechsten Mal Deutscher Meister. Nach diesem Sieg zog sich das Team der TH52 aus dem Bundesligageschäft zurück. Die Deutschen Seniorenmeisterschaften 2002 in Schneverdingen sahen unser M.50-Team auf einem 7.Platz., 2003 in der Halle in Roth Platz 10, auf dem Feld 2003 in Bredstedt Platz 4 und 2004 in Berlin auf Platz 9.

2006 richtete die Turnerschaft die Regionalmeisterschaft Nord der Männer 60 auf der eigenen Platzanlage in Herrenhausen aus und qualifizierte sich mit Platz 1 für die Deutsche in Leverkusen, wo man Platz 7 bei diesen Bundesmeisterschaften belegte.

2007 folgt die Ausrichtung der M.60-Bundesmeisterschaften auf unserer Platzanlage in Hannover-Herrenhausen.

DM – Titel der Turnerschaft Hannover von 1852 im Faustball

In drei Klassen gelang es Mannschaften der Turnerschaft Hannover von 1852 den Titel eines Deutschen Meisters im Faustball nach Hannover zu holen.

1982 Frauen 30FeldBremen
1984 männliche JugendFeldEssel
1986 männliche Jugend HalleDüsseldorf
1987 männliche JugendHalleHannover
1994 Männer FeldSchneverdingen
1995 Männer Feld Wardenburg
1996 Männer Feld Karlsruhe
1997 Männer Halle Koblenz
1999 Männer Halle Hamm
2002 Männer Feld Seebergen

Teilnahme an Deutsche Meisterschaften in Feld u. Halle - Männer 40 - der Turnerschaft Hannover von 1852

1948Frankfurt10. Platz ??Feld
1985/1986 Elmshorn3. PlatzHalle
1986Hamm5. PlatzFeld
1986/1987 Wuppertal6. PlatzHalle
1987 Bremen4. PlatzFeld
1987/1988Offenburg6. PlatzHalle
1988Illertissen5. PlatzFeld
1989Berlin6. PlatzFeld
1990Pfungstadt10. PlatzFeld

Teilnahme an Deutsche Meisterschaften in Feld u. Halle - Männer 50 - der Turnerschaft Hannover von 1852

1950Schweinfurt2. PlatzFeld
1952Oberhausen/Rhld.8. PlatzFeld
1954Stuttgart9. PlatzFeld
1957Hanau12. PlatzFeld
2000/2001Bad Wimpfen5. PlatzHalle
2002Schneverdingen7. PlatzFeld
2002/2003Roth10.PlatzHalle
2003Bredstedt4.PlatzFeld
2004Berlin9.PlatzFeld

Teilnahme an Deutschen Bundesmeisterschaften im Feld Männer 60 - der Turnerschaft Hannover von 1852

2006Leverkusen7. PlatzFeld
2007Hannover